Infrarotfotografie mit der D800

Harald Kreuzer

Bisher habe ich mich kaum mit Infrarotfotografie beschäftigt. Vor einigen Jahren habe ich mit der D100 einige Versuche gemacht, das Ergebnis war allerdings alles andere als zufriedenstellend. Damit war dieses Thema eigentlich für mich erledigt. Trotzdem hat es mich jetzt interessiert, wie sich die D800 dabei schlägt, zumal der Infrarotfilter ja immer noch in der Schublade liegt.

Daher war ich gestern bei traumhaftem Wetter mit Kamera und Stativ im Wiener Zentralfriedhof. Obwohl ich fast alle Objektive dabei hatte, habe ich ausschließlich das Nikon 24-70/2.8 verwendet. Der Infrarotfilter ist ein Hoya R72. Was mich bei meinem ersten Versuch mit der D100 vor allem gestört hat, war das umständliche Handling. Da man durch den Filter bekanntlich nichts mehr sehen kann, muss man erst mal ohne Filter ein Motiv suchen, dann den Filter draufschrauben und das Foto machen. Passt etwas nicht, Filter wieder wegschrauben, Kamera neu ausrichten und Filter wieder draufschrauben. Das wird mit der Zeit mühsam. Heutzutage haben die Kameras aber Liveview, und bei lichtstarken Objektiven und genügend Sonne kann man auch einigermaßen etwas erkennen. Nachteil an der Sache ist, dass der Akku unglaublich schnell leergesaugt ist. Und wie gesagt, das Motiv muss schon relativ sonnig sein, dass man etwas erkennen kann und vor allem die Kamera scharfstellen kann.

Hier nun ein Beispiel, wie das Foto ohne besonderen Weißabgleich aus der Kamera kommt. Die Belichtungszeit beträgt 2 Sekunden, Blende 3,5 bei ISO 800.

Infrarotfotografie D800

Den Weißabgleich ändere ich in Capture NX. Dazu bei Weißabgleich "Graupunkt setzen" auswählen und für den Referenzwert "Bereich für Grauwert". Dann einen beliebigen Bereich im Bild auswählen. Damit erhält man ein Bild das so aussieht:

Infrarotfotografie D800

Jetzt wird im Photoshop der Rot- und Blaukanal vertauscht:

Infrarotfotografie D800

Das ist nur das eigentliche Infrarotbild. Mit ein bisschen Photoshop sieht es dann so aus:

Infrarotfotografie D800

Im Großen und Ganzen bin ich eigentlich mit dem Ergebnis zufrieden. Natürlich kann man es nicht mit einer speziell für Infrarotfotografie umgebauten Kamera vergleichen, aber wenn einen die lange Belichtungszeit nicht stört, kann man damit schöne Ergebnisse erzielen.

Hier noch ein weiteres Beispiel, dass mir rech gut gefällt:

Infrarotfotografie D800

Ein Problem ist mir noch aufgefallen, dessen Ursache mir noch nicht ganz klar ist. Bei manchen Fotos gibt es in der Mitte einen hellen "Hotspot". Hier ein Beispiel:

Infrarotfotografie D800

Scheinbar wird dieser Effekt umso deutlicher, je geschlossener die Blende ist. Diesen Foto wurde mit Blende 9 aufgenommen. Ich weiß aber nicht, ob das ein allgemeines Problem ist oder vom Objektiv abhängt...


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